Die aus Süddeutschland stammende Fürstenfamilie der Staufer gehörte im 12. und 13. Jahrhundert zu den mächtigsten Adelsgeschlechtern des Reiches. Sie herrschten als deutsche Könige und römische
Kaiser über die Regionen des ehemaligen Ostfrankenreiches von der Nord- und Ostsee, ihre Heimat Rhein-Main-Neckar-Region, Teile der Provence und Lothringens, Oberitalien und das Königreich Sizilien. Sie ließen imposante Burgen und Pfalzen
bauen, die teilweise bis heute sichtbare Denkmäler ihrer Macht und Herrschaft sind. 1079 wurde der Graf Friedrich von Staufen zum Herzog von Schwaben erhoben. In der Folgezeit baute das Adelshaus der Staufer Macht und Einfluss aus. Herzog Konrad
setzte sich 1138 gegen die Ansprüche der Welfen als König des Reiches durch. Insgesamt regierten neun Herrscher aus dem Geschlecht der Staufer das Reich: von Konrad III. (1138-1151) bis Konradin (1262-1268) waren sie wichtige Akteure der
europäischen Geschichte im Hochmittelalter. Ein Höhepunkt war das Mainzer Hoffest, das Kaiser Friedrich
I., genannt Barbarossa, im Jahr 1184 ausrichtete. Dieses Ereignis ging als das prachtvollste Fest des Mittelalters in die Geschichte ein. Einen besonderen Ruf genießt bis heute auch Kaiser Friedrich II. Sein großes naturwissenschaftliches
Interesse und seine Verbindung zur arabischen Welt befähigten ihn zum Brückenschlag zwischen Orient und Okzident. Die Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen, die wir am Vormittag besuchen, wird nicht nur die reine Herrschafts- und
Kulturgeschichte der Zeit der Staufer darstellen, sondern auch die Regionen beleuchten, in denen sich die Ereignisse der Zeit abspielten: den Großraum Rhein-Main-Neckar, die oberitalienischen Städte und das Königreich Sizilien. Die
Ausstellung wird die von den drei historischen Regionen ausgehenden epochalen Errungenschaften in den Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft und Religion präsentieren. Gewaltige Kastelle, imposante Steinskulpturen, wertvolle
Goldschmiedearbeiten, prächtige Bildhandschriften, edelsteinbesetzte
Schmuckstücke, kunstvoll bestickte Textilien oder sakrale Gegenstände spiegeln die Innovationskraft der Zeit der Staufer ebenso wider wie schimmernde Glasfenster, bedeutende Pergamenturkunden, schwere Wachssiegel und glänzende
Goldmünzen.
Am Nachmittag haben Sie Zeit zur freien Verfügung, zum Beispiel für einen Besuch einer Fotografie-Ausstellung im gleichen Museum oder zum Besuch der Kunsthalle oder des Landesmuseums für Technik und Arbeit. Sie können das Mannheimer
Schloss besichtigen und die Rhein-Neckar-Metropole lädt auch zum Bummeln über die Planken ein.
Begleitung: Team der vhs
Führung durch Museumspersonal
09:00- ca. 18:00 Uhr
Calw, ZOB und weitere Zustiegstellen
EUR 48,00 für Fahrt, Eintritt und Führung
Für vhs-Kolleg-Teilnehmende EUR 24,00
Anmeldeschluss: Freitag, 17.09.2010